mercurius

Merkur beim ersten Fly-by-Manöver von MESSENGER 📾 MESSENGER | ⌚ 14. Januar 2008

Bild: NASA/JHUAPL/CIW [Quelle] (Bild wurde verÀndert)

Höllische Hitze am Mittag und kosmische KĂ€lte in der Nacht – der innerste Planet des Sonnensystems ist ein Himmelskörper der krassen GegensĂ€tze.

Da Merkur als erster Planet der Sonne extrem nahe steht, heizt sich seine poröse, mit unzĂ€hligen Kratern ĂŒbersehene OberflĂ€che bis zu +427 °C auf. Da der kleine Gesteinsplanet keine AtmosphĂ€re hat, kĂŒhlt er auf seine Nachtseite auf -173 °C ab und hat somit die grĂ¶ĂŸte Temperaturschwankung eines Objekts unseres Sonnensystems.

Über den Merkur war sehr lange fast gar nichts bekannt. In den 1970er-Jahren schickte die NASA eine Sonde mit dem Namen Mariner 10 hinter den Merkur. Sie sendete Bilder von einer Welt, die unserem Mond gleicht.

Durchmesser: 4.879,4 km

Umfang: 15.329,1 km

Volumen: 60.827.208.742 kmÂł

Masse: ≈ 330.104.000.000.000.000.000.000 kg

(1/18 der Erdmasse)

Mittlere Entfernung: 57.909.176 km / 0,387.272 AE

Umdrehungszeit: 58 Tage, 15 Stunden, 30 Minuten

Umlaufzeit: 87 Tage, 23 Stunden, 15 Minuten

ExzentrizitÀt: 0,20563593

Achsenneigung: 0,034°

FlĂ€che: 74.797.000 kmÂČ (≈ 2x Asien)

Temperatur: 173 °C bis +427 °C

Dichte: 5,427 g/cmÂł

Gravitation: 3,70 m/sÂČ

AtmosphÀre: 

Entdeckungsdatum: /

Entdecker: /

Entdeckungsort: Erde

Bekannte Monde: keine

Benannt nach: Mercurius (römische Mythologie)

2011 besuchte erst die zweite Sonde den Merkur. MESSENGER kartierte erstmals die gesamte OberflĂ€che und fand interessante und aufschlussreiche Dinge ĂŒber den Merkur heraus.

Merkurs Durchmesser soll beispielsweise einmal ein paar Kilometer grĂ¶ĂŸer gewesen sein. Als sein Inneres abkĂŒhlte, soll er sich zusammengezogen haben, und so seine faltigen Ebenen geformt. Dieser Prozess dauert bis heute noch an. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Merkur bisher 6 bis 14 Kilometer geschrumpft ist.

BepiColombo brach 2018 als dritte Sonde namens den Weg zum Merkur auf. Nach einigen 2021 ist die erste AnnĂ€herung geplant – 2025 soll sie in Merkurs Orbit einschwenken.

Was seine heutige GrĂ¶ĂŸte betrifft, ist Merkur geringfĂŒgig grĂ¶ĂŸer als der Mond, Ă€hnelt ihm zudem auch sehr. Er ist eine vernarbte, mit Krater ĂŒbersĂ€te SteinwĂŒste. Da er praktisch keine AtmosphĂ€re hat, um EinschlĂ€ge auf dem Planeten zu reduzieren, wurde er den kleinen Meteoriten schutzlos ausgesetzt – er wurde sehr stark bombardiert, was viele Narben hinterließ.

Das 1.550 Kilometer große Caloris Planitia soll durch einen Einschlag eines sehr großen Gesteinsbrockens verursacht worden sein. Dies konnte erklĂ€ren, warum Merkur so eine stark elliptische Umlaufbahn hinter sich zieht.

Obwohl er der kleinste Planet ist, macht sein großer Eisenkern Merkur zum zweitschwersten Planeten – unsere Erde bring noch ein bisschen mehr auf die Waage.

Merkurs vernarbte OberflĂ€che auf einem Mosaik aus 5.380.000 Kilometern Entfernung 📾 Mariner 10 | ⌚ 29. MĂ€rz 1974

Bild: NASA/JPL/Ted Stryk [Quelle] (Bild wurde verÀndert)

Tag-Nacht-Grenze Merkurs - auf der rechten Seite sind mehrere Lavaebenen zu sehen, am rechten Rand befindet sich mittig ein Krater namens Alver mit einem kreisförmigen Gebirge im Inneren. 📾 MESSENGER | ⌚ 16. Juni 2014

Bild: NASA/JPL/CIW [Quelle] (Bild wurde verÀndert)

Da er als innerster Planet, die kĂŒrzeste Umlaufbahn hat, umkreist er die Sonne schneller, als alle anderen Planeten. Danke seiner raschen Geschwindigkeit wurde er nach dem schnellen römischen Götterboten Merkur benannt. In der griechischen Mythologie ist er als Hermes zu finden.

Merkur ist ein kleiner Planet und mit seinem Äquatorialdurchmesser von 4.878 Kilometern ist er nur knapp ein Drittel so groß wie die Erde und sogar noch kleiner als der Jupitermond Ganymed und der Saturnmond Titan. Der Merkur wĂŒrde 18 Mal in die Erde hineinpassen.

Ein wahrer KĂŒnstler im Verstecken

Den Menschen ist Merkur schon seit dem Altertum bekannt, da man ihn mit bloßem Auge beobachten kann. Allerdings ist er in unseren Breiten nicht so leicht zu sehen, da er sich immer dicht bei der Sonne aufhĂ€lt. Nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang zeigt er sich zu besonderen Zeiten dicht ĂŒber dem jeweiligen Horizont. Trotz seiner geringen GrĂ¶ĂŸe, kann er, Ă€hnlich wie der Mars, doch recht hell leuchten.

Lange Zeit war nur sehr wenig ĂŒber den Merkur bekannt und selbst nach der Erfindung des Fernrohrs im 17. Jahrhundert ließ sich nur schwer etwas herausfinden. Trotzdem war schon frĂŒh klar, dass er wegen seiner großen NĂ€he zur Sonne, sehr heiß sein musste. Dank der Teleskope im 17. Jahrhundert entdeckte man auch seine Phasengestalt.

Im antiken Griechenland war der Merkur aufgrund seiner kurzen Sichtbarkeit und seiner scheinbar schnellen Wanderung ĂŒber den Himmel ein Symbol fĂŒr den Götterboten Hermes, den Schutzpatron der HĂ€ndler und Diebe. Die Römer ĂŒbernahmen Hermes spĂ€ter als Mercurius (fĂŒr mercari → Handel treiben)

Sein astronomisches Symbol ist ☿ und zeigt Merkurs FlĂŒgelhelm und Hermesstab.

Der sonnennĂ€chste Planet Merkur gehört in der Regel nicht zu den Planeten, die man “zufĂ€llig” am Himmel mit bloßem Auge sieht. Wegen seiner Position im Sonnensystem ist der Planet – wenn ĂŒberhaupt – entweder nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang zu sehen.

In der Antike war es ĂŒblich, jedem Planeten ein Metall zuzusprechen. So wurde dem Merkur das flĂŒssige Metall Quecksilber zugeordnet, da er sich wie das Quecksilber im flĂŒssigem Zustand, sehr schnell ĂŒber den Himmel bewegte.
Nach Merkur wurde sogar auch ein Wochentag benannt, nÀmlich der Mittwoch! Einen namentlichen Zusammenhang gibt es im Italienischen (mercoledÏ), im Spanischen (miércoles), im Französischen (mercredi), im RumÀnischen (miercuri) sowie im Albanischen (e mërkurë). Im Mittelalter wurde Merkur mit dem germanischen Gott Wodan/Odin gleichgesetzt, wodurch sich die Wörter wednesday im Englischen, Woensdag im NiederlÀndischen, Wunsdag im Niederdeutschen und onsdag im Schwedigen herleiten.

Bild: NASA VTAD [Quelle]